TALKING OBJECTS ARCHIVE Residency: Karwitha Kirimi

April - July 2024

Wir freuen uns, den nächste TALKING OBJECTS ARCHIVE-Residency mit Karwitha Kirimi anzukündigen. Karwitha wird mit der eigenen künstlerischen Praxis zum Archiv beitragen, indem sie diese mit Objekten aus der digitalen Sammlung des TALKING OBJECTS ARCHIVE verknüpft.

Karwitha Kirimi ist ein*e in Nairobi, Ostafrika, lebende Künstler*in und Schriftsteller*in. Karwitha arbeitet mit Worten, Bildern, Ritualen und Recherchen. Karwithas poetische Praxis befasst sich mit dem Wort, der Linie, der Stille und dem Raum. Die Performance dient als Medium für rituelle Praktiken – Karwitha tritt dort auf, wo die Geliebten zu finden sind.
Für Karwitha bedeutet Kulturarbeit, mit den Grundpfeilern der Realität zu arbeiten. Die Fragen, die in der Dunkelheit auftauchen, treiben Erkundungen voran. Karwithas Arbeit steht im Dienst von Welten, in denen afrikanische Babys frei, geliebt, ganz und komplex sind. Karwitha wird durch die Vorfahren und Gemeinschaften ermöglicht. Das Spiel ist für Karwitha Prozess und Antrieb zugleich. Wenn Karwitha nicht unter den Bäumen herumlungern, kann man Karwitha beim Trinken des Mondes antreffen.

Im Rahmen des TALKING OBJECTS Residency-Programms (April-Juli 2024) beginnt Karwitha Kirimi die Praxis des Kunstschaffens mit der Frage „Was passiert, wenn wir anfangen zu trauern?“.

Trauer steht im Mittelpunkt von Karwitha Kirimis künstlerischer Praxis und ist mit Themen wie kolonialer und patriarchalischer Gewalt, der Zerstörung der Natur und indigener Kulturproduktion verbunden. Das Bild des Ozeans, der in der Trauer ertrinkt, bildet eine wiederkehrende Erzählung in ihrem Werk. Für The Cosmologies of Objects schafft Karwitha Kirimi ein Portal der Trauer. Die Installation lädt die Besucher*innen ein, Snacks zu genießen und dem Meeresrauschen sowie den Gedichten von Karwitha Kirimi zu lauschen. Der Geruch von Rosmarin und die Bilder von sich bewegenden Wassermassen erzeugen einen immersiven Raum.

Karwitha Kirimi schafft eine Erfahrung, die alle Sinne anspricht und so die Trauer als körperliche Empfindung hervorhebt. Dies kann sowohl als ästhetischer Ansatz als auch als gesellschaftskritische Reaktion verstanden werden. Schließlich ist die Forderung nach Trauerräumen auch von gesellschaftspolitischer Relevanz. Karwitha Kirimis Arbeit wirft somit kritische Fragen nach den Bedingungen von Trauer auf: Was wird betrauert? Wie wird getrauert? Wem wird Raum zum Trauern gegeben?

Vom 3. Juli 2024 bis zum 4. August wird die Sound- und Video-Installation Muuga? Grief is a portal; bring your heart, i’ll bring the water, in der Ausstellung The Cosmologies of Objects in der Villa 102 in Frankfurt a. M. gezeigt. 

Gefördert durch das Goethe-Institut. 

© Thuranira Jones